Organspende Ja oder Nein? Michael Gerdes will, dass jeder Bürger diese Frage gestellt bekommt

Michael Gerdes (MdB)

Der Bundestag hat gestern eine Erweiterung der Organspenderegelung beschlossen. Dabei war vor allem strittig, wie man die prinzipiell hohe Spendenbereitschaft offiziell erfasst und dokumentiert. In der Abstimmung durchgesetzt hat sich die Einrichtung eines bundesweiten Online-Registers, in das nur eingetragen wird, wer eigenständig eine Erklärung zur Organspende abgibt. Dazu erklärt Michael Gerdes, MdB:

“Ich hatte mich jedoch für einen anderen Gesetzentwurf entschieden, nämlich für die sogenannte Widerspruchslösung. Demnach hätte jede Person als Organspender gegolten, es sei denn, sie hätte ihren Widerspruch erklärt. Das oberste Ziel heißt aus meiner Sicht Leben retten. Die Wartelisten für Menschen, die vom Tode bedroht und auf Spenderorgane hoffen, sind lang. Für die meisten Patienten vergehen Jahre voller Qual und Schmerzen. Angesichts dessen, halte ich es für den Einzelnen zumutbar, seine Zustimmung oder Ablehnung zur Organspende wenigstens einmal zu Lebzeiten offiziell zu erklären. So oder so gilt: Spende bleibt Spende, niemand wird dazu gezwungen, Organe zur Verfügung zu stellen.

Ich hoffe nun darauf, dass die gesellschaftliche Debatte über Organtransplantation weiter geht und möglichst viele aus ihrer prinzipiellen Zustimmung eine echte Erklärung per Register machen. Gewisse Zweifel, ob es mit der jetzt gefundenen Lösung einen Paradigmenwechsel gibt und mehr Organe gespendet werden, bleiben mir aber.”