Unsere Stadt hat in den vergangenen Jahren eine richtig gute Entwicklung gemacht. Wir leben in einem Gladbeck, das trotz schwieriger Bedingungen eine tolle Heimat für junge Familien, alte Malocher oder Sport- und Kulturbegeisterte bietet. Als ehemalige Bergarbeiter-Stadt, die schon mehr als nur einen wirtschaftlichen Niedergang erlebt hat, ist uns das Bewusstsein für eine gute Gemeinschaft, Pragmatismus und unsere direkte Art ohne Eitelkeiten erhalten geblieben. Leben und leben lassen. Anpacken, wenn’s drauf ankommt. Das sind einige der Dinge, die unsere Stadtgemeinschaft ausmachen.

Trotzdem gelingt das Zusammenleben in unserer Stadt nicht immer reibungslos. Nicht alles, was erhaltenswert erscheint, kann auch erhalten werden. Nicht jeder hält sich an Regeln des guten Zusammenlebens. Nicht jede Stimme findet Gehör. Deshalb ist unser Anspruch, dass wir die Zukunft von Gladbeck gemeinsam mit Ihnen besser machen wollen. Gemeinsam wollen wir ein faires und lebenswerteres Gladbeck von Morgen gestalten.

Gladbeck lebt von den vielen, vielen Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen. Sei es bei der freiwilligen Feuerwehr oder dem THW, beim Besuch in Altenheimen oder im Krankenhaus, der Hausaufgabenhilfe oder im Sportverein. Seit Jahren unterstützt das „Gladbecker Netzwerk Ehrenamt“ dieses Engagement. Wir sind der Meinung, dass wir als Stadt diesen Menschen in ihrem Ehrenamt noch stärker zur Seite stehen sollten und auch etwas zurückgeben können, z. B. mit Taxi- oder Tankgutscheinen für den Weg zur „ehrenamtlichen Arbeit“ oder Einkaufsgutscheinen für Gladbecker Geschäfte als Dankeschön für das große Engagement oder aber kostenlose Lehr- und Beratungsangebote für die Arbeit in Vereinen. Übrigens: Mit der Feuerwehrrente oder der Ehrenamtskarte haben wir schon für ein wenig Anerkennung für viele ehrenamtliche Gladbeckerinnen und Gladbecker gesorgt.

Unterstützen wollen wir auch die vielen tollen Vereine in unserer Stadt, indem sie dauerhafte, direkte Ansprechpartner*innen und Berater*innen in einem Vereins-Büro der Stadt bekommen. Dort soll es z. B. ein Handbuch geben, in dem Punkt für Punkt erklärt wird, worauf bei Veranstaltungen und Events zu achten ist. Zudem wollen wir uns aktiv für die Förderung von Mädchen- und Frauenmannschaften im Sport einsetzen.

Zu einem fairen Zusammenleben gehört auch, dass wir (Haus-)Tieren in unserer Stadt einen besseren Zufluchtsort bieten. Gladbeck unterstützt bisher das Gelsenkirchener Tierheim. Diese Unterstützung sollte nicht enden, denn nur mit unermüdlichem, privatem Engagement der Helfer*innen im Gelsenkirchener Tierheim konnte in der Vergangenheit schon vielen Gladbecker Tieren geholfen werden. Trotzdem platzt auch das Gelsenkirchener Tierheim aus allen Nähten. Wir glauben, dass es daher eine gute Idee ist, die Vogelinsel und das Vogelhaus im Wittringer Wald zu einem (Klein-)Tierheim umzugestalten. So kann das Gladbecker Haus zu einer Art „Zweigstelle“ werden und mehr Platz für die Haustiere in Notlage schaffen. Auch personell kann Gladbeck das Tierheim auf diese Weise unterstützen, wenn die Tierpfleger*innen, die bisher die Vogelinsel betreut haben, nun das Tierheim unterstützen.

Gladbeck ist eine Stadt der Sportverrückten und Kultur-Genießer*innen. Wir sind zwar nicht London oder Paris. Und Fußball spielt man hier vor allem in der Kreisliga. Trotzdem hat Gladbeck einiges zu bieten. Damit das so bleibt, wir Gladbecker Sportvereine noch besser unterstützen können und die lokale Kulturszene stärken, wollen wir vorschlagen, eine Gladbecker Kultur- und Sportstiftung einzurichten. Diese könnte dann die Gebühren für jugendliche Neumitglieder in Sportvereinen im ersten Jahr übernehmen. Für talentierte Künstlerinnen und Künstler aus Gladbeck könnte sie kleine Stipendien vergeben. Einmal im Jahr sollte sie mit einer Sport- und Kulturroute die beiden wichtigsten Freizeitbeschäftigungen der Gladbeckerinnen und Gladbecker vereinen und damit zwei viel zu oft getrennte Welten überbrücken.

Gladbeck ist Heimat für Menschen aus über Nationen. Sport, Kunst und Kreativität spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, diese unterschiedlichen Kulturen zu verbinden, zusammenzuführen und neue Impulse für mehr Lebensqualität und das Zusammenleben in unserer Stadtgesellschaft zu gewinnen. Als Ruhrgebietskommune, umgeben von Großstädten mit großen und namhaften Bühnen, Museen und Konzerthäusern – auch Sportarenen -, bietet Gladbeck seinen Bürgerinnen und Bürgern ein ganz eigenes Profil mit einem umfangreichen und vielfältigen Angebot für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Diesen Standard gilt es zu halten – in Zeiten knapper Kassen schwierig, aber lebensnotwendig.

Kultur ist mehr als nur „Kunst genießen“. Kultur lebt von und mit den Menschen, die daran teilhaben. Gladbecker Künstler*innen und Kreative schaffen Räume, Plätze, Gelegenheiten für unsere Begegnungen und Auseinandersetzungen. Da gibt es die Neue Galerie mit ihren renommierten Ausstellungen, die weltweit Beachtung finden, private Galerien wie die Alte Spedition und das Magazin ebenso wie die Kunst- und Design-Route, auf der man die Ateliers und Ausstellungsräume heimischer Kunstschaffender vor Ort besichtigen kann. Unser Stadtjubiläum „100 Jahre Gladbeck“ hat gezeigt, wie viel Kreativität in unseren Vereinen, Einrichtungen und Organisationen steckt, um ein solches Ganzjahresfest mit vielen Ideen (und Improvisationstalent) auf die Beine zu stellen.

Die Jugendkunstschule und Jugendmusikschule arbeiten daran, schon die Jüngsten an Kunst und Musik heranzuführen. Die VHS bietet ein vielfältiges Angebot, sich nicht nur fachlich, sondern auch künstlerisch kreativ weiterzubilden. Das Forum Deutscher Musikhochschulen präsentiert regelmäßig ausgewählte Konzertjuwelen in der Stadthalle. Dort lassen sich auch andere Musikveranstaltungen, Theater und Comedy genießen. Die Veranstaltungsreihe InterMezzo mit Kleinkunst + Literatur + Musik garantiert gute Unterhaltung im Lesecafé der Stadtbücherei.

In Gladbeck gibt es so viele Sportvereine wie in wenigen anderen Städten – egal ob im Fußball, Handball oder Volleyball, beim Schwimmen, der Leichtathletik, Badminton oder Tennis. Deshalb ist auch der Bedarf an Sporthallen und -plätzen hoch. Dabei kann es schnell zu Konflikten mit dem Schulbetrieb kommen – gerade wenn der Sportunterricht durch das größere Ganztagsangebot häufig am Nachmittag stattfindet. Noch knapper wird es, wenn wir einzelne Sportstätten auch für die freie Nutzung aller Bürgerinnen und Bürger öffnen. Deshalb wollen wir Schulen und Sportvereine gemeinsam an einen Runden Tisch holen, um ein verbessertes Nutzungskonzept für unsere Sportstätten zu erarbeiten.