Der Vorstand der Gladbecker AsF teilt zum heutigen Internationalen Frauentag mit: Für ein sozial gerechtes Land sind Chancengleichheit und Gleichberechtigung unverzichtbar. Deshalb wurden die Haushaltsmittel in NRW für die Frauen- und Gleichstellungspolitik mehr als verdoppelt. Folgende Punkte müssen aus unserer Sicht in der Gleichstellungspolitik besondere Beachtung finden:

Novellierung des Gleichstellungs- und Dienstrechts

Trotz schon bestehender Grundsätze im alten Landesgleichstellungsgesetz hat sich an der Benachteiligung von Frauen in der Beförderungspraxis wenig geändert. Aus diesem Grunde wurde die Frauenförderung im Rahmen der Dienstrechtsmodernisierung gestärkt. Das neue Landesgleichstellungsgesetz umfasst die Erhöhung von Frauenanteilen in Führungspositionen, die Stärkung der Position von Gleichstellungsbeauftragten und die Erhöhung des Frauenanteils in Gremien des Öffentlichen Dienstes. Mit dem Antrag „Landesgleichstellungsgesetz als wichtigen Schritt für die Gleichstellung in NRW in die Fläche tragen“ wurde die Bedeutung gleichstellungspolitischer Maßnahmen hervorgehoben.

Entgeltgleichheit

Um Entgeltungleichheit zu bekämpfen, müssen die vielfältigen Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben beseitigt und die beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ muss durchgesetzt werden! Mit Maßnahmen wie der Landesinitiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ und der von der SPD beantragten Überprüfung der Entgeltpraxis im Öffentlichen Dienst, wird ein Beitrag zu mehr Lohngleichheit geleistet. Mit den 16 Kompetenzzentren „Frau & Beruf“ werden Frauen mit Beratungs- und Informationsangeboten unterstützt, um ihnen einen besseren Zugang oder einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu verschaffen.

Gendersensible Berufswahlorientierung

Noch nie zuvor waren Mädchen und junge Frauen so gut ausgebildet wie heute. Dennoch beschränken sich Mädchen meist nach wie vor auf lediglich zehn Ausbildungsberufe. Technische und naturwissenschaftliche Ausbildungen werden trotz guter Schulabschlüsse selten gewählt. Deswegen fördert das Land NRW die Öffnung der Berufs- und Studienwahl bei Mädchen und Jungen. Das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss. Übergang Schule – Beruf in NRW“ hält Qualifizierungs- und Beratungsangebote für die handelnden Akteurinnen und Akteure bereit, um die Gendersensibilität im Übergang von Schule und Beruf zu erhöhen. Um auch im Hochschulbereich mehr Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen, wurden im Hochschulzukunftsgesetz gleichstellungspolitische Maßnahmen verankert.

Schutz vor Gewalt

Leider ist Gewalt gegen Frauen ein noch immer ernst zu nehmendes Problem in unserer Gesellschaft. Frauenhäuser, Frauen- und Mädchenberatungsstellen und Frauennotrufe leisten seit über vier Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag. Daher hat die SPD im Landtag die Haushaltsmittel von 2010 bis 2016 um rund 70 Prozent erhöht. Zudem wurde die zweite Sozialarbeiterinnenstelle in den Frauenhäusern wiedereingeführt. Das jetzige Hilfesystem muss aber weiterentwickelt werden. Unter anderem durch:

  • die Konzeption und Erprobung von alternativen Wohn-und Betreuungsformen der Second-Stage-Modelle
  • Modellprojekte der anonymen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt (ASS)
  • die Förderung der Beratung und Unterstützung von traumatisierten geflüchteten Frauen
  • den Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, der Maßnahmen und Zielsetzungen zusammenfasst; im Mittelpunkt stehen Projekte zur Gewaltprävention, die Stärkung der Selbstbestimmung junger Mädchen, sowie die Erprobung alternativer Ansätze zur begleitenden Unterstützung nach einer Gewalterfahrung
  • die Förderung der Koordinationsstelle „Frauen und Gesundheit“, sowie der Wiedereinführung der Fachstelle „Frauen und Sucht“

Wir machen uns in allen Bereichen für Mädchen und Frauen stark. Gleiche Chancen sind nicht selbstverständlich. Die geschlechtsspezifische Benachteiligung von Frauen und Mädchen müssen weiter abgebaut werden. Wir wünschen allen Frauen und Mädchen zum Internationalen Frauentag 2017 ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben.