Beim politischen Dämmerschoppen der SPD-Rosenhügel am vergangenen Freitag berichtete der Gladbecker Bundestagsabgeordnete Michael Gerdes aus Berlin: „Die SPD muss als stärkste Oppositionspartei ihre Rolle noch finden. Erste Beratungen haben gezeigt, dass die SPD ihr Profil als Partei, nicht nur der sozialen sondern auch der gesellschaftlichen Gerechtigkeit nun finden muss. Auch der Bereich der Wirtschaft zählt dazu. Erste Weichen sind gestellt worden. Die Wahl der Vizepräsidenten des Bundestags gestaltet sich sehr schwierig. Übliche parlamentarische Sitte ist es, das jede Fraktion einen Vizepräsidenten stellt. Die SPD wird aber den Kandidaten der AfD wegen dessen rechtsextreme Äußerungen in der jüngeren Vergangenheit keinesfalls mittragen. Man wird sehen, wie die AfD damit umgeht.

Die anschließende Diskussion über das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestags- und bei der Landtagswahl, besonders hier im Ruhrgebiet, fast der OV-Vorsitzende, Andi Dunkel zusammen: „Das Ruhrgebiet ist seit seiner Entstehung ein Schmelztiegel. Die Menschen haben es über die Jahrzehnte gelernt, friedlich mit- und nebeneinander zu leben. Dies hat noch bis in die 90er Jahre hinein funktioniert. Heute nehmen es die Menschen zwar der SPD langsam wieder ab für soziale Gerechtigkeit zu stehen aber auf die am Ende immer gestellte Frage „Watt is´ mit die Ausländer?“, hat die SPD im Wahlkampf keine schlüssige Antwort gegeben. So hatten es die rechten Rattenfänger der AfD mit ihren rassistischen Parolen einfach viele Wähler hinters Licht zu führen.“

„In dieser Diskussion geht es den Bürgern doch meistens nicht um die Flüchtlinge sondern um jene türkische Migranten, die hier in der zweiten und dritten Generation leben, hier geboren und aufgewachsen sind und vielfach einen deutschen Pass besitzen. Viele davon haben sich augenscheinlich aus unserer gemeinsamen Bürgergesellschaft verabschiedet. Vor allem durch äußere Einflüsse werden diese Menschen auf den falschen Weg geführt – weg von der Integration und hin zu einer selbstgewählten kulturellen und religiösen Isolation, die oft auch mit einem rechtsextremen Nationalismus einhergeht. Die Propaganda des türkischen Präsidenten Erdogan im TV und in den sozialen Medien leistet dieser Einstellung besonderen Vorschub. Wir müssen uns selbst fragen, was wir bei der Integration in der Vergangenheit falsch gemacht haben? „Letztlich vertritt die Rosenhügeler SPD aber die Meinung: Rechtsextrem bleibt Rechtsextrem! Egal ob als Deutscher, Deutscher mit Migrationshintergrund oder Ausländer – wer eine rechtsextreme Haltung hat, stellt sich selbst außerhalb unserer Bürgergesellschaft und muss mit dem entschlossen Entgegentreten aller demokratischen Kräfte und entsprechender gesetzlicher Sanktionen rechnen. Rational ist es aber schwer zu klären, warum diese ganze Debatte ausgerechnet der AfD nutzt, wo sie doch die gleichen Inhalte, allerdings auf „Deutsch“, vertritt “, so Dunkel abschließend.