Langzeitarbeitslose haben es sehr schwer wieder einen sozialversicherungspflichtigen Job zu ergattern. Deshalb habe ich heute im Deutschen Bundestag das „Teilhabechancengesetz“ mit beschlossen. Aus meiner Sicht eröffnet das Gesetz Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive und ebnet ihnen den Weg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Damit schaffen wir einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt mit individuellen Unterstützungs- und Betreuungsangeboten. Das ist vor allem für die Menschen im Ruhrgebiet von Vorteil. Unsere Region ist leider stärker als andere von langanhaltender Arbeitslosigkeit betroffen. Das beschlossene Gesetz sieht zwei Instrumente vor, um die Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und dem sozialen Arbeitsmarkt zu verbessern. Langzeitarbeitslose, die mindestens sechs Jahre Hartz IV beziehen, können mit einen Lohnkostenzuschuss für bis zu fünf Jahre lang für ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis in der Wirtschaft, in sozialen Einrichtungen und bei Kommunen gefördert werden. In den ersten beiden Jahren beträgt der Zuschuss 100 Prozent, in jedem weiteren Jahr wird dieser Zuschuss um 10 Prozentpunkte gekürzt. Dabei wird der Tariflohn zu Grunde gelegt. Dadurch wird es keinen Wettbewerbsnachteil für tarifgebundene Arbeitgeber geben. Um Arbeitslosigkeit noch früher zu bekämpfen, wird mit der zweiten Möglichkeit „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ eine bereits bestehende Fördermöglichkeit verbessert. Dabei ist es unser Ziel, Beschäftigte, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind, über eine zweijährige Förderung von 75 Prozent der Arbeitsentgelte im ersten Jahr bzw. 50 Prozent im zweiten Jahr in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren.  Für mich ist klar, alle Menschen müssen die Chance bekommen durch ihre Arbeit für sich selbst zu sorgen. Arbeit ist mehr als Broterwerb. Sie bedeutet auch Anerkennung und soziale Teilhabe. Deswegen ist es richtig, Arbeit zu fördern statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Mein Name ist Michael Gerdes und ich bin ihr Abgeordneter im Deutschen Bundestag.