„Wir brauchen den Integrationsrat in Zeiten, in denen Integration eine der größten Herausforderungen für unsere Stadtgesellschaft darstellt, dringender denn je. Ihn abzuschaffen wäre ein fatales Signal!“ Mit diesem Bekenntnis stellt sich der Vorsitzende der Gladbecker SPD, Jens Bennarend, hinter das Gremium, das die Mitwirkung ausländischer Bürgerinnen und Bürger an den kommunalen Willensbildungsprozessen verbessern soll. Der Integrationsrat wird neben den Ratsvertretern speziell von eben jenen ausländischen Gladbeckerinnen und Gladbeckern gewählt, die sich ansonsten gar nicht demokratisch einbringen könnten. Bennarend reagiert damit auf ein Positionspapier der CDU, in dem sie die Abschaffung des Gremiums fordert. „Es ist richtig, dass wir Parallelstrukturen zu unserem demokratischen Gesellschaftsmodell nicht akzeptieren dürfen. Der Integrationsrat ist aber ein Gremium, das es vielen Migranten erst ermöglicht, an unserer Demokratie teilzuhaben. Ihn abzuschaffen würde deshalb erst recht Parallelstrukturen begünstigen“, kommentiert Bennarend weiter.

Wichtig sei aber, dass sich der Integrationsrat mit Rückzugs- oder gar Nationalisierungstendenzen innerhalb ausländischer und migrantischer Bevölkerungsgruppen beschäftige. „Diese Tendenzen und Konflikte spiegeln sich auch in Teilen des Integrationsrats wider. Man begegnet diesem gesellschaftlichen Problem aber doch nicht, indem man das Gremium abschafft“, kommentiert der SPD-Vorsitzende. „Wir erleben aktuell leider, welche Anziehungskraft nationalistisches Gedankenguts auf Teile der Migranten genauso wie Teile der Deutschen hat.

Gerade deshalb ist es beschämend, dass die CDU mit ihrem Positionspapier scheinbar versucht, Klientel am rechten Rand zu bedienen“, bedauert Bahtiyar Ünlütürk, Vorsitzender des Gladbecker Integrationsrats und Mitglied der Liste sozialdemokratischer Migratinnen und Migranten im Integrationsrat der Stadt Gladbeck (SGG). „Gerade wenn Konflikte in unserer Stadtgesellschaft auftreten, die unser Zusammenleben erschweren, braucht es ein Gremium wie den Integrationsrat, das vermitteln kann“, fordert Ünlütürk.