„Nach dem Diesel-Urteil aus Gelsenkirchen müssen jetzt schnell Unterstützungen für die betroffenen Pendler kommen. Die vielen Gladbecker, die täglich nach Essen oder Gelsenkirchen fahren, brauchen schnellstmöglich Nachrüstungen auf Kosten der Autohersteller, extrem vergünstigte Tickets für Busse und Bahnen oder aber auch Förderungen für E-Bikes“, fordert unser Landtagsabgeordneter Michael Hübner. Das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hat gestern entschieden, dass im kommenden Jahr Dieselverbote auf der Kurt-Schumacher-Straße in Gelsenkirchen und großflächig auf dem Essener Stadtgebiet angewendet werden müssen. „Das trifft auch Gladbeck hart. Das Urteil stellt viele unserer Pendler vor die Frage, wie sie zur Arbeit kommen sollen. Für Handwerker oder Taxifahrer aus unserer Stadt können sie die Existenz bedrohen“, sagt Hübner. Er gibt zudem zu bedenken: „Mit der A40 wurde zum ersten Mal auch für eine Straße, die nicht in städtischer Verantwortung liegt, ein Fahrverbot angeordnet. Das macht es nicht unwahrscheinlich, dass auch auf der B224 in Gladbeck ein Fahrverbot kommen könnte.“ Im Landtag wiederholte die SPD-Fraktion bereits am Mittwoch ihre Kritik an der Landesregierung und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU): „Die Urteile sind nun noch einmal deutlicher ausgefallen, als erwartet. Dabei war aber schon länger abzusehen, dass Dieselverbote in NRW und speziell im Ruhrgebiet kommen werden. Trotzdem war die Landesregierung im letzten Jahr tatenlos. Für die Luftreinhaltung in den Städten hat das Land keinen Euro an Zuschüssen bereitgestellt“, so Hübner.

Auf die Städte kämen nun große Herausforderungen zu, um die Mobilität ihrer Bürger weiter gewährleisten zu können. „In Gladbeck arbeiten wir schon lange daran, dass beispielsweise die Bahnverbindung nach Essen endlich einen besseren Takt bekommt. Aktuell möchten wir zudem, dass die Stadt Fördermittel für die Verbesserungen des Radverkehrs in Gladbeck beantragt. Dazu gehört der schnelle Bau des Radschnellwegs nach Essen, aber auch Stellplätze für Radfahrer an Bahnhöfen. Außerdem werden Parkplätze benötigt, an denen sich Mitfahrgelegenheiten treffen können“, erklärt der Gladbecker Landtagsabgeordnete. Hübner mahnt aber auch, dass man realistisch bleiben müsse: „Trotz dieser Maßnahmen wird Rad- oder Bahnfahren für viele Gladbecker Pendler kurzfristig keine gangbare Option werden.“