Die Autorlesung Lesung des ehemaligen Butendorfer Pfarrers, Ralph-Eberhard Brachthäuser im Johannes-Rau-Haus am vergangenen Sonntag über die Mitglieder des ersten Gladbecker Stadtrates fand vor vollbesetzen Reihen statt. Brachthäuser brachte den rund 40 Gästen sein neues Buch „Mit Leidenschaft für unsere Stadt“ auch sehr „leidenschaftlich“ nahe. Unter den ersten Mitgliedern im Stadtrat war unter anderem auch der Urgroßvater des heutigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Hübner, Wilhelm vorm Walde. Nur hat der damals für das katholische Zentrum gewirkt. Außerdem ging Brachthäuser auf die Biografien einzelner Gladbecker Persönlichkeiten wie Johannes van Acken (Zentrum), Mathias Jakobs (SPD), Hermann Buschmann (DDP), Georg Stieler (Zentrum), und Heinrich Krahn (SPD) ein.

Brachthäuser legte sein Augenmerk vor allem auf die soziale Zusammensetzung des ersten Stadtrates. So rekrutierten sich rund zwei Drittel der ersten Stadtverordneten aus der Arbeiterschaft. Vor allen die Sozialdemokraten und die katholische Zentrumspartei entsandten in erster Linie Arbeiter in den Stadtrat. Die Zentrumspartei war zu jener Zeit im Ruhrgebiet sehr stark von der christlichen Arbeiterbewegung geprägt. Unter den Stadträten befanden sich damals auch vier Frauen – zwei von der SPD und zwei vom Zentrum. Insgesamt gesehen habe damals die christliche und sozialdemokratische Arbeitnehmerschaft zu Wohle der Stadt und der jungen Demokratie gut zusammenarbeitet. Die Gefahr für die Demokratie sei in der Zeit der Weimarer Republik  anfangs von der extremen Linken später von der extremen Rechten ausgegangen. Gegen beide Extreme standen die Männer und Frauen der demokratischen Mitte immer zusammen.    

Resümee des SPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Hübner: “Das waren ganz spannende zwei Stunden über die sozialdemokratische und die katholische Arbeitnehmerbewegung die gemeinsam den ersten Gladbecker Rat sehr dominiert haben. Zum Wohle Gladbeck’ s und der Demokratie.“